Kosten & Preise

Wie setzt sich der Preis von CNC-Teilen zusammen?

Kurz beantwortet

Der Preis eines CNC-Teils setzt sich aus Materialkosten, einmaligen Rüst- und Programmierkosten, der Maschinenzeit multipliziert mit dem Stundensatz, Werkzeugverschleiß, Nachbearbeitung sowie Prüf- und Dokumentationsaufwand zusammen. Dazu kommen Gemeinkosten und Marge. Die einmaligen Anteile werden auf die Losgröße umgelegt — deshalb sinkt der Stückpreis mit steigender Stückzahl deutlich.

Passende Leistungen

Die Kostenblöcke im Überblick

Kostenblock Was dahintersteckt
Material Halbzeugpreis, Zuschnitt, Verschnitt, Legierungszuschläge, Werkszeugnis
Programmierung CAM-Programm, Werkzeug- und Strategieauswahl, Simulation, Postprozessorlauf
Rüsten Spannmittel aufbauen, Werkzeuge bestücken und vermessen, Nullpunkt setzen, Einfahren
Maschinenzeit Haupt- und Nebenzeit je Teil, multipliziert mit dem Maschinenstundensatz
Werkzeuge Verschleiß je Schneide, abhängig von Werkstoff, Schnittdaten und Standzeit
Nachbearbeitung Entgraten, Gewindeschneiden, Wärmebehandlung oder Beschichtung bei Fachbetrieben
Qualität Messen, Erstmusterprüfbericht, Messprotokoll, Rückverfolgbarkeit
Sonstiges Verpackung, Versand, Gemeinkosten, Ausschussrisiko, Marge

Fixe und variable Anteile — der Losgrößeneffekt

Entscheidend für das Preisverständnis ist die Trennung: Programmierung und Rüsten fallen einmal je Auftrag an, Material, Maschinenzeit und Werkzeugverschleiß je Stück. Der Stückpreis ergibt sich also aus den variablen Kosten plus den Fixkosten geteilt durch die Losgröße.

Daraus folgt: Der größte Preissprung liegt zwischen einem Einzelstück und einem kleinen Los. Danach flacht die Kurve ab, weil nur noch die variablen Anteile wirken. Wer Bedarfe bündelt oder einen Rahmenauftrag mit Abrufen vereinbart, nutzt genau diesen Effekt — die Maschine wird nur einmal gerüstet.

Ein zweiter Effekt kommt hinzu: Mit größerer Stückzahl lohnen sich Investitionen in die Prozesssicherheit, etwa eine gebaute Vorrichtung, ein Mehrfachspanner oder auf den Werkstoff optimierte Schnittdaten. Solche Maßnahmen senken die Bearbeitungszeit je Teil zusätzlich und wirken damit auch auf den variablen Kostenanteil, nicht nur auf die Fixkostenverteilung.

Warum Angebote für dasselbe Teil auseinandergehen

Unterschiede entstehen selten beim Stundensatz, sondern bei den Annahmen. Typische Ursachen:

  • Anzahl der Aufspannungen — ein Fünfachszentrum kommt oft mit einer aus, wo eine Dreiachsmaschine drei braucht
  • Rohteilstrategie: gesägter Zuschnitt, Standardhalbzeug oder Sondermaß
  • Interpretation unklarer Zeichnungsangaben, abgesichert über einen Risikoaufschlag
  • Prüfumfang: Stichprobe gegenüber Vollprüfung mit Messprotokoll
  • Eingeplante Ausschussquote bei schwierigen Werkstoffen oder dünnwandigen Teilen

Eine vollständige Anfrage mit Zeichnung, STEP-Datei, Werkstoff, Stückzahl, Toleranzen und Termin macht Angebote deshalb nicht nur belastbar, sondern auch untereinander vergleichbar.

Das Wichtigste in Kürze

  • Fixkosten sind Programmierung und Rüsten, variable Kosten Material, Maschinenzeit und Werkzeuge.
  • Der Stückpreis fällt am stärksten beim Sprung vom Einzelstück zum kleinen Los.
  • Prüf- und Dokumentationsaufwand ist ein oft unterschätzter Preisbestandteil.
  • Unklare Zeichnungsangaben werden über Risikoaufschläge eingepreist.

Weitere Fragen dazu

Wie stark beeinflusst der Werkstoff den Preis?

Doppelt: über den Halbzeugpreis und über die Zerspanbarkeit. Aluminium lässt deutlich höhere Schnittgeschwindigkeiten zu als austenitischer Edelstahl oder Titan, wo Bearbeitungszeit und Werkzeugverschleiß spürbar steigen.

Warum fallen Einrichtkosten auch bei einer Nachbestellung an?

Bei einer Wiederholung entfällt die Programmierung, das Rüsten aber nicht — Spannmittel und Werkzeuge müssen erneut aufgebaut und vermessen werden. Wiederholaufträge sind deshalb günstiger, aber nicht rüstkostenfrei.

Ist ein Rahmenauftrag mit Abrufen sinnvoll?

Häufig ja. Die Fertigung erfolgt in einem Los, die Lieferung nach Bedarf. Sie erhalten den Stückpreis der größeren Menge, ohne den gesamten Bestand sofort einlagern zu müssen.

Ihr Bauteil konkret kalkulieren

Sie haben eine Zeichnung oder ein 3D-Modell und brauchen eine belastbare Aussage zu Machbarkeit, Werkstoff und Termin? Schicken Sie uns Ihre Unterlagen — wir melden uns mit einer konkreten Einschätzung.

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