Kosten & Preise
Was kostet es, ein Einzelteil CNC fräsen zu lassen?
Beim Einzelteil bestimmen nicht die Zerspanungsminuten den Preis, sondern die einmaligen Aufwände: CAM-Programmierung, Rohteilbeschaffung, Aufspannung, Einfahren des Programms und Messen. Diese Fixkosten verteilen sich auf ein einziges Teil und machen häufig den größten Anteil aus. Deshalb kostet das zweite Teil aus demselben Auftrag oft nur einen Bruchteil des ersten.
Warum das erste Teil das teuerste ist
Vor dem ersten Span fällt Arbeit an, die unabhängig von der Stückzahl entsteht:
- Zeichnung und Modell prüfen, Fertigungsreihenfolge und Aufspannstrategie festlegen
- CAM-Programmierung inklusive Werkzeugauswahl, Schnittdaten und Simulation
- Rohteil beschaffen und ablängen — bei Sondermaßen oft mit Mindestabnahme beim Händler
- Maschine rüsten: Spannmittel aufbauen, Werkzeuge bestücken und vermessen, Nullpunkt antasten
- Programm vorsichtig einfahren, Zwischenmaße messen, gegebenenfalls korrigieren
- Entgraten, Endprüfung, Verpackung
Bei einem Einzelteil trägt genau ein Stück diese komplette Vorbereitung. Die reine Fräszeit ist dagegen häufig der kleinere Posten.
Was ein Einzelteil zusätzlich verteuert
Enge Toleranzen und feine Oberflächen zwingen zu Schlichtschnitten mit geringerer Zustellung, längeren Messzeiten und teils zu einem zweiten Durchgang nach dem Spannungsabbau des Materials. Sonderwerkstoffe verteuern das Rohteil überproportional, weil Kleinmengen selten Lagerware sind. Sonderwerkzeuge oder eine gebaute Vorrichtung schlagen ebenfalls voll auf das eine Teil durch.
Externe Arbeitsschritte wie Härten, Eloxieren, Verzinken oder Pulverbeschichten werden in spezialisierten Betrieben ausgeführt und haben dort eigene Mindestpreise und Durchlaufzeiten — für ein Einzelteil ein spürbarer Aufschlag.
So wird ein Einzelteil deutlich günstiger
Die wirksamsten Stellschrauben liegen beim Besteller:
- Gleich zwei oder drei Stück bestellen — die Vorbereitungskosten verteilen sich, das Ersatzteil liegt im Regal
- Standardhalbzeug in gängiger Abmessung wählen, statt aus einem großen Block herauszufräsen
- Toleranzen nur dort eng vorgeben, wo sie funktional nötig sind; sonst Allgemeintoleranzen nach ISO 2768-m
- Innenradien großzügig wählen, damit ein gängiger Fräserdurchmesser passt
- Aufspannungen reduzieren: Merkmale möglichst auf wenige Seiten legen
- Termin nicht auf Express setzen, wenn es die Situation nicht erzwingt
Für ein belastbares Angebot braucht der Fertiger eine bemaßte Zeichnung mit Toleranz- und Oberflächenangaben, möglichst zusätzlich eine STEP-Datei, den Werkstoff, die Stückzahl und den Wunschtermin.
Das Wichtigste in Kürze
- Beim Einzelteil dominieren Programmierung, Rüsten und Rohteil — nicht die Fräszeit.
- Zwei oder drei Stück statt eines senken den Stückpreis oft erheblich.
- Enge Toleranzen und Sonderwerkstoffe wirken sich beim Einzelstück besonders stark aus.
- Zeichnung mit Toleranzen, STEP-Datei, Werkstoff und Termin machen ein Angebot belastbar.
Weitere Fragen dazu
Reicht eine Handskizze für ein Angebot?
Für eine erste Einschätzung oft ja, für ein verbindliches Angebot selten. Ohne Toleranz-, Oberflächen- und Werkstoffangaben muss der Fertiger Annahmen treffen und diese mit einem Risikoaufschlag absichern.
Kann ich ein defektes Altteil zum Nachbauen einschicken?
Das ist üblich, ersetzt eine Zeichnung aber nicht vollständig. Verschlissene oder verformte Teile müssen erst vermessen und interpretiert werden; das kostet Zeit und birgt Unsicherheiten bei Passmaßen.
Warum kostet ein kleines Teil manchmal fast so viel wie ein großes?
Weil Programmierung, Rüsten, Messen und Verpacken kaum von der Bauteilgröße abhängen. Bei kleinen Teilen macht die eigentliche Bearbeitungszeit nur einen geringen Teil des Aufwands aus.
Verwandte Fragen
Passende Leistungen
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