Kosten & Preise

Was kostet CNC-Fräsen pro Stunde?

Kurz beantwortet

Einen allgemeingültigen Stundensatz für CNC-Fräsen gibt es nicht: Jeder Betrieb kalkuliert einen eigenen Maschinenstundensatz aus Abschreibung, kalkulatorischen Zinsen, Raum- und Energiekosten, Instandhaltung und geplanter Auslastung, dazu kommen Lohn- und Gemeinkosten. Fünfachsige Bearbeitungszentren liegen deutlich über einfachen Dreiachsmaschinen. Aussagekräftig ist deshalb nicht der Stundensatz, sondern der Preis je Bauteil.

Warum es keinen einheitlichen Stundensatz gibt

Der Maschinenstundensatz ist eine betriebsinterne Rechengröße, kein Listenpreis der Branche. Er entsteht in der Maschinenstundensatzrechnung aus den Kosten, die eine bestimmte Maschine im Jahr verursacht, geteilt durch ihre geplanten Laufstunden. Bestimmend sind:

  • Kalkulatorische Abschreibung — üblicherweise auf Basis des Wiederbeschaffungswerts, verteilt auf die Nutzungsdauer
  • Kalkulatorische Zinsen auf das durchschnittlich gebundene Kapital
  • Raumkosten — Fläche, Fundament, Temperierung, Beleuchtung
  • Energie und Betriebsstoffe — Antriebe, Druckluft, Absaugung, Kühlschmierstoff sowie Späne- und Kühlmittelentsorgung
  • Instandhaltung — Wartung, Ersatzteile, Kalibrierung, Servicevertrag
  • Auslastung — bei halbierten Laufstunden verdoppelt sich der Betrag der laufzeitunabhängigen Kosten je Stunde, während laufzeitabhängige Posten wie Energie und Betriebsstoffe je Stunde weitgehend gleich bleiben

Dazu kommen Lohnkosten und anteilige Gemeinkosten für Programmierung, Messtechnik, Qualitätssicherung und Verwaltung. Zwei Betriebe mit derselben Maschine können deshalb sehr unterschiedliche Sätze ausweisen.

Was den Satz nach oben oder unten bewegt

Den größten Hebel bilden Maschinenklasse und Ausstattung: Ein fünfachsiges Bearbeitungszentrum mit Palettenwechsler, Messtaster und Werkzeugbruchkontrolle verursacht in Anschaffung, Wartung und Programmierung ein Vielfaches der Kosten einer einfachen Dreiachsmaschine — entsprechend höher fällt sein Stundensatz aus. Weiter wirken:

  • Bedienkonzept: Mehrmaschinenbedienung oder mannlose Laufzeiten senken den Lohnanteil je Stunde
  • Genauigkeitsanspruch: temperierte Halle, regelmäßige Kalibrierung und Messprotokolle kosten Geld
  • Werkstoff: Werkzeugverschleiß in Edelstahl oder Titan liegt deutlich über dem in Aluminium
  • Standort und Lohnniveau der Region

Warum der Stundensatz allein nichts über den Teilepreis sagt

Für den Einkauf zählt der Preis je Bauteil, nicht der Stundensatz. Eine teurere Maschine kann günstiger sein, wenn sie ein Teil in einer Aufspannung statt in drei fertigt: Rüstzeiten, Umspannfehler und Nacharbeit entfallen. Umgekehrt führt ein niedriger Stundensatz auf einer langsamen Maschine schnell zu einem höheren Stückpreis.

Belastbar wird eine Preisaussage erst mit Zeichnung oder STEP-Datei, Werkstoff, Stückzahl, Toleranzen, Oberflächenangaben und Wunschtermin. Erst daraus lassen sich Bearbeitungszeit, Rüstaufwand, Materialeinsatz und Prüfaufwand kalkulieren — und daraus ein verbindliches Angebot.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Stundensatz wird je Betrieb und Maschine gerechnet — einen Branchenwert gibt es nicht.
  • Abschreibung, Zinsen, Raum, Energie, Instandhaltung und Auslastung bestimmen die Höhe.
  • Fünfachsmaschinen liegen über Dreiachsmaschinen, rechnen sich je Teil aber oft trotzdem.
  • Belastbar ist nur ein Angebot mit Zeichnung, Werkstoff, Stückzahl und Toleranzen.

Weitere Fragen dazu

Ist die Programmierung im Stundensatz enthalten?

Meist nicht. CAM-Programmierung, Vorrichtungen und Erstmusterprüfung werden häufig getrennt ausgewiesen oder als einmalige Einrichtkosten auf das Los umgelegt. Fragen Sie im Angebot gezielt nach, welche Leistungen der genannte Stundensatz abdeckt.

Warum bekomme ich für dasselbe Teil sehr unterschiedliche Angebote?

Weil Maschinenpark, Auslastung, Werkzeugstrategie und Kalkulationsmodell sich unterscheiden. Ein Betrieb fertigt das Teil in einer Aufspannung, ein anderer braucht drei. Auch Materialeinkauf, angenommene Ausschussquote und Prüfumfang wirken sich spürbar aus.

Lohnt es sich überhaupt, nach dem Stundensatz zu fragen?

Nur bedingt. Für Reparatur- und Anpassarbeiten nach Aufwand ist er relevant, für Serienteile kaum. Dort ist der Stückpreis bei einer klar definierten Losgröße die aussagekräftigere Größe.

Passende Leistungen

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Sie haben eine Zeichnung oder ein 3D-Modell und brauchen eine belastbare Aussage zu Machbarkeit, Werkstoff und Termin? Schicken Sie uns Ihre Unterlagen — wir melden uns mit einer konkreten Einschätzung.

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