Lohnfertigung, Anfrage & Anbieterwahl
Was ist Lohnfertigung — und wann lohnt sie sich?
Lohnfertigung bedeutet, dass ein spezialisierter Betrieb Teile oder Baugruppen nach den Vorgaben, Zeichnungen und Spezifikationen des Auftraggebers herstellt. Konstruktion, Spezifikation und die Rechte an den Unterlagen bleiben beim Auftraggeber, die Fertigungskapazität kommt vom Dienstleister. Sie lohnt sich, wenn eigene Maschinen, Verfahren oder Kapazitäten fehlen, Bedarfe schwanken oder sich eine Maschineninvestition bei der benötigten Menge nicht amortisiert.
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Wie Lohnfertigung funktioniert
In der Lohnfertigung — international contract manufacturing, umgangssprachlich auch „verlängerte Werkbank“ — gibt ein Unternehmen die Herstellung von Bauteilen an einen Fertigungsbetrieb ab. Der Auftraggeber liefert die Spezifikation: 3D-Modell, technische Zeichnung, Werkstoff, Stückzahl und Termin. Der Lohnfertiger stellt Maschinen, Werkzeuge, Programmierung, Personal und Qualitätssicherung.
Abgegrenzt wird das von der Eigenfertigung und vom Zukauf eines Katalogteils. Typisch sind Dreh- und Frästeile, Schweißbaugruppen, montierte Baugruppen und beschichtete Teile. Der Umfang reicht vom einzelnen Arbeitsgang bis zum einbaufertigen Teil inklusive Prüfprotokoll und Verpackung.
Wann sich Lohnfertigung rechnet
- Fehlende Verfahren: Für 5-Achs-Bearbeitung, Sonderwerkstoffe oder bestimmte Schweißverfahren lohnt eine eigene Maschine erst ab hoher, dauerhafter Auslastung.
- Schwankender Bedarf: Auftragsspitzen lassen sich extern abfangen, ohne die eigene Fertigung dauerhaft zu vergrößern.
- Kleine und mittlere Serien: Rüst- und Programmieraufwand bewältigt ein eingespielter Betrieb effizienter als eine selten genutzte Eigenmaschine.
- Prototypen und Ersatzteile: Einzelstücke blockieren im eigenen Haus Kapazität, die für die Serie gebraucht wird.
- Komplettbeschaffung: Ein Partner, der zerspant, schweißt, montiert und beschichtet, spart Schnittstellen, Transporte und Koordination.
- Fokus auf die Kernkompetenz: Die eigene Kapazität bleibt für Entwicklung, Endmontage und Prüfung frei, statt sie an Standardteile zu binden.
Was Sie vor der Vergabe klären sollten
Prüfen Sie nicht nur den Stückpreis, sondern die Gesamtkosten: Materialbeschaffung, Prüfaufwand, Transport, Nacharbeit und den eigenen Koordinationsaufwand. Wichtig sind außerdem die Vertraulichkeit der Konstruktionsdaten, die Rückverfolgbarkeit von Werkstoffchargen und die Frage, wer bei Änderungen den Zeichnungsstand pflegt.
Für wiederkehrende Teile lohnt eine längerfristige Bindung: Sind NC-Programm, Vorrichtung und Prüfplan einmal erstellt, laufen Nachbestellungen schneller und günstiger. MTB Metall in Wonneberg im Chiemgau arbeitet als Lohnfertiger für CNC-Fräsen, CNC-Drehen, Schweißen, Baugruppenmontage und Oberflächentechnik — für eine belastbare Aussage zu Ihrem Bauteil ist eine konkrete Anfrage mit Zeichnung der schnellste Weg.
Das Wichtigste in Kürze
- Lohnfertigung heißt: Ein Dienstleister fertigt nach Ihrer Zeichnung; Konstruktion und Spezifikation bleiben bei Ihnen.
- Sie lohnt sich bei fehlenden Verfahren, schwankendem Bedarf, kleinen Serien und Prototypen.
- Rechnen Sie mit Gesamtkosten, nicht nur mit dem reinen Stückpreis.
- Wiederholteile werden günstiger, sobald Programm, Vorrichtung und Prüfplan einmal stehen.
Weitere Fragen dazu
Was ist der Unterschied zwischen Lohnfertigung und Auftragsfertigung?
Die Begriffe werden weitgehend synonym verwendet. Wo unterschieden wird, meint Lohnfertigung eher die Bearbeitung nach Kundenvorgabe, häufig mit beigestelltem Material, und Auftragsfertigung eher die komplette Herstellung inklusive Materialbeschaffung durch den Dienstleister. Entscheidend ist, was der Vertrag konkret regelt.
Bleibt meine Konstruktion mein Eigentum?
Ja. Zeichnungen, Modelle und Know-how bleiben beim Auftraggeber; der Fertiger erhält sie nur zur Auftragsabwicklung. Sensible Daten sollten vor dem Versand über eine Geheimhaltungsvereinbarung abgesichert werden. Die konkrete vertragliche Ausgestaltung gehört in eine juristische Fachberatung.
Kann ein Lohnfertiger auch komplette Baugruppen liefern?
Viele Betriebe liefern nicht nur Einzelteile, sondern montierte, geprüfte und verpackte Baugruppen. Das reduziert Lieferanten, Transporte und Wareneingangsprüfungen beim Auftraggeber. Voraussetzung sind eine vollständige Stückliste, klar definierte Zukaufteile und eine eindeutige Abnahmeregelung.
Verwandte Fragen
Ihr Bauteil konkret kalkulieren
Sie haben eine Zeichnung oder ein 3D-Modell und brauchen eine belastbare Aussage zu Machbarkeit, Werkstoff und Termin? Schicken Sie uns Ihre Unterlagen — wir melden uns mit einer konkreten Einschätzung.