Schweißerprüfungen, WPS & EN 1090

Was ist der Unterschied zwischen WPS und WPQR?

Kurz beantwortet

Die WPS ist die Anweisung, der WPQR der Nachweis. Die Schweißanweisung sagt dem Schweißer, wie zu schweißen ist; der Welding Procedure Qualification Record dokumentiert die bestandene Verfahrensprüfung — Prüfstück, Schweißdaten, Prüfergebnisse und den daraus abgeleiteten Geltungsbereich. Jede eingesetzte WPS muss durch einen gültigen WPQR gedeckt sein, üblicherweise nach EN ISO 15614-1.

Passende Leistungen

Zwei Dokumente, zwei Aufgaben

Merkmal WPS WPQR
Zweck Anweisung, wie geschweißt wird Nachweis, dass das Verfahren die geforderten Eigenschaften erreicht
Norm EN ISO 15609-1 (Inhalt) EN ISO 15614-1 (Verfahrensprüfung), Rahmen: EN ISO 15607
Adressat Schweißer und Fertigung Auftraggeber, Zertifizierungs- und Prüfstelle
Inhalt Parameter, Werkstoffe, Lagenaufbau, Wärmeführung Prüfstück, Schweißdaten, Prüfergebnisse, Geltungsbereich
Ausgestellt von der Schweißaufsicht des Herstellers dem Prüfer oder der Prüfstelle

Der Weg von der pWPS zum WPQR

Der Hersteller schweißt ein Prüfstück nach seiner vorläufigen Anweisung unter Fertigungsbedingungen. Es folgen die festgelegten Prüfungen: Sichtprüfung, je nach Fall Durchstrahlungs- oder Ultraschallprüfung und Oberflächenrissprüfung sowie Querzug-, Biege-, Kerbschlag- und Härteprüfung und Makroschliff. Bestehen alle Prüfungen, hält der WPQR das Ergebnis mit den zugehörigen Geltungsbereichen fest. Daraus leitet der Betrieb anschließend so viele Schweißanweisungen ab, wie er für seine Verbindungen braucht.

EN ISO 15614-1 unterscheidet zwei Prüfumfänge: Level 2 entspricht dem bisherigen europäischen Umfang und deckt Level 1 mit ab. Ist kein Level festgelegt, gelten die Anforderungen von Level 2.

Geltung, Bindung und Grenzen

Ein WPQR trägt kein Verfallsdatum — Lichtbogenphysik und Metallurgie altern nicht. Er ist aber an den Hersteller gebunden, der die Prüfung veranlasst hat, und an Fertigungsstätten unter dessen technischer und qualitätstechnischer Überwachung; einfach weiterreichen lässt er sich nicht. Verlassen wird der Geltungsbereich, sobald sich eine wesentliche Kenngröße ändert: Werkstoffgruppe, Dicke, Rohrdurchmesser, Verfahren, Position, Streckenenergie oder Wärmeführung. Nach längerer Nichtanwendung verlangen Auftraggeber oder Zertifizierungsstellen mitunter einen erneuten Nachweis, etwa über eine Arbeitsprobe.

Abgrenzung zur Schweißerprüfung

Der WPQR qualifiziert das Verfahren, die Schweißerprüfung nach EN ISO 9606-1 die Person. Beides zusammen mit einer Schweißaufsicht nach ISO 14731 bildet den üblichen Nachweis gegenüber Auftraggebern und Zertifizierungsstellen. Praktisch nützlich: Das Prüfstück einer Verfahrensprüfung kann zugleich den Schweißer qualifizieren, sofern alle Anforderungen der Schweißerprüfungsnorm — etwa Prüfstückmaße und Prüfumfang — erfüllt sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • WPS ist die Anweisung an den Schweißer, WPQR der Nachweis der bestandenen Verfahrensprüfung.
  • Jede eingesetzte WPS muss durch einen gültigen WPQR gedeckt sein.
  • Ein WPQR läuft nicht ab, ist aber an den Hersteller gebunden.
  • Die Verfahrensprüfung qualifiziert das Verfahren, EN ISO 9606-1 den Schweißer.

Weitere Fragen dazu

Ist eine WPS ohne WPQR wertlos?

Als Arbeitsanweisung kann sie trotzdem sinnvoll sein. Als Nachweis gegenüber Auftraggeber oder Zertifizierungsstelle zählt sie jedoch nur, wenn eine anerkannte Qualifizierung hinterlegt ist.

Kann ein Betrieb den WPQR eines anderen Betriebs nutzen?

Grundsätzlich nicht. Die Qualifizierung gilt für den Hersteller, der sie veranlasst hat, und für dessen Fertigungsstätten unter derselben technischen und qualitätstechnischen Überwachung.

Wer unterschreibt was?

Die Verfahrensprüfung bestätigen Prüfer oder Prüfstelle im WPQR. Die daraus abgeleitete Schweißanweisung gibt die Schweißaufsicht des Herstellers frei und hält sie aktuell.

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