Schweißen

Was ist der Unterschied zwischen MIG-, MAG- und WIG-Schweißen?

Kurz beantwortet

MIG, MAG und WIG unterscheiden sich in Elektrode und Schutzgas. Bei MIG und MAG schmilzt der Draht selbst ab — MIG arbeitet mit inertem Gas (Argon, Helium), MAG mit aktivem Gas (CO₂, Mischgas). Beim WIG-Schweißen brennt der Lichtbogen an einer nicht abschmelzenden Wolframelektrode, der Zusatzwerkstoff wird separat zugeführt.

Passende Leistungen

Elektrode und Schutzgas: die beiden Unterscheidungsmerkmale

Alle drei Verfahren gehören zum Schutzgasschweißen: Ein Lichtbogen schmilzt den Werkstoff auf, ein Schutzgas hält Sauerstoff und Stickstoff der Luft vom Schmelzbad fern. Unterschieden werden sie über zwei Merkmale — die Art der Elektrode und die Art des Schutzgases.

  • Abschmelzende Elektrode (MIG, MAG): Der Schweißdraht ist gleichzeitig Elektrode und Zusatzwerkstoff und wird automatisch nachgefördert.
  • Nicht abschmelzende Elektrode (WIG): Der Lichtbogen brennt an einer Wolframelektrode; Zusatzwerkstoff führt der Schweißer von Hand zu — oder gar nicht.
  • Inertes Gas (Argon, Helium): reagiert nicht mit der Schmelze.
  • Aktives Gas (CO₂ oder Argon-Mischgas mit CO₂- beziehungsweise Sauerstoffanteil): greift gezielt in den Lichtbogen ein und beeinflusst Einbrand und Tropfenübergang.

MIG und MAG im Detail

Nach DIN EN ISO 4063 trägt MIG die Ordnungsnummer 131, MAG die 135. Technisch sind die Anlagen nahezu identisch — der Unterschied liegt im Gas. MAG mit CO₂-haltigem Mischgas ist das Standardverfahren für un- und niedriglegierte Stähle: hohe Abschmelzleistung, guter Einbrand, wirtschaftlich bei langen Nähten und größeren Blechdicken. MIG mit reinem Argon oder Argon-Helium wird für Werkstoffe eingesetzt, die kein aktives Gas vertragen — vor allem Aluminium und Kupferlegierungen, weil dort der Sauerstoff aus dem CO₂ die Schmelze oxidieren würde.

WIG: Präzision statt Leistung

WIG (Prozess 141, international TIG) arbeitet mit einer Wolframelektrode, die nicht abschmilzt. Strom und Zusatzwerkstoff sind dadurch entkoppelt: Der Schweißer wählt die Stromstärke unabhängig von der Menge des zugeführten Materials. Das ergibt die sauberste und am besten kontrollierbare Naht — nahezu spritzerfrei, mit geringem Verzug und eng begrenzter Wärmeeinbringung. Der Preis dafür ist die niedrige Abschmelzleistung: WIG ist deutlich langsamer als MIG/MAG und verlangt viel Erfahrung.

Welches Verfahren wofür?

Verfahren Elektrode Schutzgas Typischer Einsatz
MIG (131) abschmelzender Draht inert (Ar, He) Aluminium, Kupfer, weitere Nichteisenmetalle
MAG (135) abschmelzender Draht aktiv (CO₂, Mischgas) Baustahl, Konstruktionsschweißen, lange Nähte
WIG (141) Wolfram, nicht abschmelzend inert (Ar, Ar/He) Edelstahl, Dünnblech, Wurzellagen, Sichtnähte

In der Praxis werden die Verfahren häufig kombiniert: die Wurzel mit WIG, die Fülllagen mit MAG.

Das Wichtigste in Kürze

  • MIG und MAG nutzen einen abschmelzenden Draht, WIG eine nicht abschmelzende Wolframelektrode.
  • Inertes Gas (MIG) reagiert nicht, aktives Gas (MAG) beeinflusst Einbrand und Tropfenübergang gezielt.
  • MAG ist am wirtschaftlichsten, WIG liefert die sauberste Naht bei geringster Abschmelzleistung.
  • Ordnungsnummern nach DIN EN ISO 4063: MIG 131, MAG 135, WIG 141.

Weitere Fragen dazu

Ist MSG dasselbe wie MIG/MAG?

MSG steht für Metall-Schutzgasschweißen und ist der Oberbegriff für beide Verfahren. MIG (131) und MAG (135) sind die zwei Untergruppen, unterschieden nach inertem oder aktivem Schutzgas. Umgangssprachlich wird MSG oft mit MAG gleichgesetzt, weil MAG in der Stahlverarbeitung dominiert.

Was bedeutet die Abkürzung TIG?

TIG ist die englische Bezeichnung für WIG und steht für Tungsten Inert Gas; Tungsten ist das englische Wort für Wolfram. Verfahren und Ordnungsnummer 141 sind identisch, nur die Abkürzung unterscheidet sich.

Wo bleibt das Elektrodenschweißen (E-Hand)?

Das Lichtbogenhandschweißen mit umhüllter Stabelektrode (Prozess 111) kommt ohne Gasflasche aus — die Umhüllung erzeugt beim Abbrennen Schutzgas und Schlacke. Es ist unempfindlich gegen Wind und deshalb auf Montage und Baustelle verbreitet, in der Werkstattfertigung aber weitgehend von MAG verdrängt.

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