Defence-Förderung & Politik

Was steht in der Startup- und Scaleup-Strategie der Bundesregierung zum Thema Verteidigung?

Kurz beantwortet

Die Startup- und Scaleup-Strategie der Bundesregierung (Stand: Juli 2026) bündelt 152 Maßnahmen in acht Handlungsfeldern. Handlungsfeld 3 „Sicherheit und Verteidigung“ umfasst 15 Maßnahmen — vom Direktbeteiligungsvehikel des Bundes über die Plattform SVI-Connect und das Innovationszentrum der Bundeswehr bis zu NATO DIANA und dem NATO Innovation Fund.

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Warum Verteidigung ein eigenes Handlungsfeld bekommen hat

Die Strategie begründet das Handlungsfeld mit der Marktentwicklung: 2025 flossen erstmals 1,16 Milliarden Euro Wagniskapital in deutsche DefenceTech-Startups und -Scaleups. Damit entfielen mehr als 50 Prozent der europäischen Venture-Capital-Investitionen in diesem Bereich auf Deutschland; gemessen am gesamten deutschen VC-Markt waren es 17 Prozent gegenüber 4 Prozent weltweit.

Knapp 2 Prozent aller Startups in Deutschland ordnen sich dem Bereich DefenceTech zu, fast ein Viertel entwickelt Dual-Use-Produkte. Als Hürden benennt die Strategie den hohen Kapitalbedarf langer Entwicklungszyklen und den erschwerten Zugang zu staatlichen Aufträgen, weil Beschaffungsverfahren der Streitkräfte zusätzliche Anforderungen etwa an den Geheimschutz enthalten.

Die vier Bausteine von Handlungsfeld 3

  • Kapital: ein neues Vehikel für Direktbeteiligungen des Bundes an Unternehmen der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sowie Beteiligungen an spezialisierten Fonds — jeweils im Rahmen von Zukunftsfonds und Deutschlandfonds.
  • Beschaffung: das Gesetz zur beschleunigten Planung und Beschaffung für die Bundeswehr, in Kraft seit 14. Februar 2026, mit erweiterten Vorleistungen nach § 56 Bundeshaushaltsordnung und mehr Offenheit für Marktkonsultationen.
  • Netzwerke: die Vernetzungsplattform SVI-Connect sowie der Aufbau der Defense Alliance über den de:hub Security & Defence in München.
  • Innovationsstrukturen: NATO DIANA, der NATO Innovation Fund, HEDI auf EU-Ebene, das Innovationszentrum der Bundeswehr und der Cyber Innovation Hub der Bundeswehr.

Was Zulieferer und Lohnfertiger davon haben

Für Fertigungsbetriebe wirkt die Strategie vor allem mittelbar: Mehr finanzierte Entwicklungsvorhaben bedeuten mehr Bedarf an Prototypen, Vorrichtungen und Kleinserien, die junge Unternehmen selten selbst herstellen können.

Zwei Punkte sind unmittelbar nutzbar. Handlungsfeld 5 „Vergabe und Wettbewerb“ hat mit dem Vergabebeschleunigungsgesetz zum 1. Juli 2026 die nationalen Vergabeverfahren vereinfacht. Und über SVI-Connect können sich Betriebe mit ihren Verfahren, Werkstoffen und Nachweisen als Lieferanten sichtbar machen. Anschlussfähig ist, wer Rückverfolgbarkeit, Änderungsmanagement und Exportkontrolle organisiert hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • 152 Maßnahmen in acht Handlungsfeldern; Handlungsfeld 3 heißt „Sicherheit und Verteidigung“.
  • 2025 flossen erstmals 1,16 Milliarden Euro Wagniskapital in deutsche DefenceTech-Unternehmen.
  • Kernpunkte: Kapitalzugang, schnellere Beschaffung, Vernetzung über SVI-Connect, Innovationsstrukturen wie DIANA.
  • Für Lohnfertiger zählt vor allem die wachsende Nachfrage nach Prototypen und Kleinserien.

Weitere Fragen dazu

Ist die Startup- und Scaleup-Strategie ein Gesetz?

Nein. Die Strategie ist ein politisches Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und beschreibt Vorhaben der Bundesregierung. Einzelne Maßnahmen werden über eigene Gesetze umgesetzt, etwa das Vergabebeschleunigungsgesetz. Andere Punkte sind ausdrücklich als Prüfaufträge formuliert und noch ohne festen Termin (Stand: Juli 2026).

Gab es vorher schon eine Startup-Strategie des Bundes?

Ja. Die Bundesregierung hatte 2022 eine erste umfassende Startup-Strategie vorgelegt. Die Fassung von Juli 2026 entwickelt sie weiter, bezieht sich auf den Draghi-Bericht zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit und enthält erstmals ein eigenes Handlungsfeld für Sicherheit und Verteidigung.

Wie sind die Maßnahmen im Dokument gegliedert?

Jedes Handlungsfeld ist durchnummeriert. Der Verteidigungsteil reicht von Maßnahme 3.1 (Direktbeteiligungsvehikel) bis 3.15 (Rüstungsexporte und Exportkontrollverfahren). Das erleichtert es, einzelne Vorhaben gezielt nachzuschlagen und ihren Umsetzungsstand zu verfolgen.

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