Schweißerprüfungen, WPS & EN 1090
Was kostet eine Schweißerprüfung?
Die Kosten einer Schweißerprüfung werden von wenigen Faktoren bestimmt: Schweißverfahren, Werkstoff und Zusatzwerkstoff, Prüfstückform (Blech oder Rohr), Schweißposition, Nahtart sowie der geforderte Prüfumfang. Dazu kommen Gebühren der Prüfstelle, der Prüfort und die Rüst- und Übungszeit des Schweißers. Ein belastbarer Preis ergibt sich erst aus dem konkret benötigten Geltungsbereich.
Passende Leistungen
Diese Faktoren bestimmen den Aufwand
- Schweißverfahren: MAG, WIG, Lichtbogenhandschweißen oder Autogenschweißen unterscheiden sich in Schweißzeit, Zusatzwerkstoff und Nahtvorbereitung.
- Werkstoff und Zusatzwerkstoffgruppe: Stahl, Edelstahl und Aluminium verlangen unterschiedliche Prüfstücke, Vorbereitung und Prüfnormen.
- Prüfstückform: Rohrprüfungen sind aufwendiger als Blechprüfungen; Wanddicke und Außendurchmesser bestimmen Material- und Schweißzeit.
- Position und Nahtart: Zwangslagen und Stumpfnähte binden mehr Zeit als eine Kehlnaht in Wannenlage.
- Prüfumfang: Die Sichtprüfung ist immer Pflicht. Bei Stumpfnähten kommt eine Durchstrahlungs- oder Ultraschallprüfung oder eine Biege- beziehungsweise Bruchprüfung hinzu; wird ein Prüfstück der Prozesse 131, 135, 138 oder 311 durchstrahlt, ist zusätzlich eine Biege- oder Bruchprüfung vorgeschrieben. Bei ferritischen Stählen ab 8 mm darf statt der Durchstrahlung Ultraschall geprüft werden — dann entfällt die Zusatzprüfung.
- Prüfer und Prüfort: Ob eine externe Prüfstelle anreist, im Prüflabor geschweißt wird oder ein benannter betrieblicher Prüfer abnimmt, verändert Gebühren und Nebenkosten.
- Losgröße: Werden mehrere Schweißer an einem Termin geprüft, verteilen sich Rüst- und Anfahrtsanteile.
Der Geltungsbereich ist der größte Hebel
Jedes Prüfstück qualifiziert nur für seinen Geltungsbereich. Wer MAG-Stumpfnähte am Blech prüfen lässt, hat damit weder WIG noch Kehlnähte noch feste Rohre unter 500 mm Außendurchmesser abgedeckt. Zwei Prüfstücke kosten mehr, ersparen aber die spätere Nachprüfung.
Umgekehrt lässt sich Aufwand gezielt bündeln: Ein in mindestens drei Lagen geschweißtes Prüfstück ab 12 mm abgeschmolzener Dicke deckt alle Dicken ab 3 mm aufwärts ab, ein Rohrprüfstück über 25 mm Außendurchmesser schließt Bleche mit ein, und eine ergänzende Kehlnahtprobe erweitert eine Stumpfnahtprüfung ohne komplettes zweites Programm. Wer den Fertigungsbedarf vorher durchgeht, zahlt einmal statt dreimal.
Folgekosten und Verlängerung
Zur Erstprüfung kommen laufende Kosten: die Halbjahresbestätigungen samt Dokumentation, die Verlängerung alle zwei beziehungsweise drei Jahre und die Ausfallzeit des Schweißers. Die Verlängerung über Prüfnachweise an zwei Produktionsnähten nutzt ohnehin gefertigte Bauteile und spart das Prüfstück; die Wiederholungsprüfung entspricht dagegen weitgehend dem Aufwand einer Erstprüfung. Wer nach ISO 3834-2 oder -3 arbeitet, kann die Qualifikation ohne Wiederholungsprüfung fortschreiben — im Druckgerätebau der Kategorien II bis IV ist dieser Weg allerdings ausgeschlossen.
Eine nicht bestandene Prüfung kostet doppelt: Sie darf nach Abschnitt 8 einmal ohne zusätzliche Ausbildung wiederholt werden. Eine ehrliche Vorbereitung mit Übungsstücken ist deshalb meist günstiger als der zweite Anlauf.
Was in ein belastbares Angebot gehört
Für eine verbindliche Kalkulation braucht die Prüfstelle: Schweißprozess nach ISO 4063, Grund- und Zusatzwerkstoff, Prüfstückform mit Dicke und Durchmesser, Nahtart, Schweißposition, gewünschte Verlängerungsvariante, Anzahl der Schweißer und den Prüfort. Erst daraus ergeben sich Prüfumfang und Preis. MTB Metall bietet Schweißerprüfungen an — Vorbereitung, Durchführung und Verlängerung, für verschiedene Schweißverfahren sowie für Stahl, Edelstahl und Aluminium. Welche Prüfstelle die Abnahme übernimmt, wird dabei vorab geklärt.
Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt keinen Pauschalpreis: Verfahren, Werkstoff, Prüfstück, Position und Prüfumfang bestimmen die Kosten.
- Jedes zusätzliche Prüfstück erweitert den Geltungsbereich — und schlägt separat zu Buche.
- Ein gut geplanter Geltungsbereich ist günstiger als mehrere Nachprüfungen.
- Verlängerung über Produktionsnähte spart das Prüfstück, die Wiederholungsprüfung kostet wie eine Erstprüfung.
Weitere Fragen dazu
Ist eine Verlängerung günstiger als eine neue Prüfung?
In der Regel ja, wenn nach Abschnitt 9.3 b) zwei bereits gefertigte Produktionsnähte geprüft werden — Prüfstück und Schweißzeit entfallen. Die Wiederholungsprüfung nach 9.3 a) verursacht dagegen praktisch denselben Aufwand wie die Erstprüfung.
Lohnt sich ein Sammeltermin für mehrere Schweißer?
Meist ja. Anfahrt, Rüstzeit und Prüferzeit verteilen sich auf mehrere Prüflinge. Prüfstücke, Werkstoff und die zerstörungsfreien oder zerstörenden Prüfungen fallen aber weiterhin pro Schweißer an.
Wer trägt die Kosten der Prüfung?
Das regelt die vertragliche Vereinbarung. In der Praxis beauftragt meist der Betrieb, weil Geltungsbereich und Verlängerungsvariante auf seine Fertigung zugeschnitten sind; das Zeugnis selbst ist personenbezogen und bleibt beim Schweißer.
Verwandte Fragen
Ihr Bauteil konkret kalkulieren
Sie haben eine Zeichnung oder ein 3D-Modell und brauchen eine belastbare Aussage zu Machbarkeit, Werkstoff und Termin? Schicken Sie uns Ihre Unterlagen — wir melden uns mit einer konkreten Einschätzung.