Defence-Förderung & Politik

Was ist NATO DIANA — und wie bewerben sich Unternehmen für den Accelerator?

Kurz beantwortet

DIANA ist der Defence Innovation Accelerator for the North Atlantic, das Innovationsnetzwerk der NATO für Dual-Use-Technologien. Der Accelerator unterstützt Unternehmen mit einem Technologiereifegrad von etwa TRL 4 bis 7 durch nicht-verwässernde Zuschüsse, Mentoring und Zugang zu über 200 Testeinrichtungen. Bewerbungen laufen über die regelmäßig ausgeschriebenen Challenges auf der DIANA-Website.

Passende Leistungen

Aufbau und Standorte

DIANA wurde 2021 auf dem NATO-Gipfel in Brüssel beschlossen und nahm 2023 mit den ersten Pilot-Challenges den Betrieb auf. Der Hauptsitz liegt in London, dazu kommen ein regionaler Hub in Tallinn und ein nordamerikanisches Büro in Halifax.

Getragen wird das Netzwerk von den Bündnispartnern: 16 Accelerator-Standorte und über 200 Test- und Versuchseinrichtungen stehen den Teilnehmern offen. Der deutsche Beitrag besteht aus dem „Palladion Defence Accelerator“ der Universität der Bundeswehr München und derzeit 20 Testzentren (Stand: Juli 2026).

So läuft das Programm ab

DIANA arbeitet nicht mit einer laufenden Antragsschiene, sondern mit thematischen Challenges. Ausgeschrieben wurden drei Pilot-Challenges 2023, fünf Challenges 2024 und zehn im Jahr 2025 — jeweils zu abgegrenzten Fähigkeitsfeldern wie Sensorik, Energie, autonome Systeme oder sichere Kommunikation.

  1. Challenge-Ausschreibung mit Problembeschreibung und Bewerbungsfrist
  2. Auswahl der Kohorte durch Fachjurys aus Wissenschaft, Industrie und Streitkräften
  3. Accelerator-Phase mit Mentoring, Zugang zu Testinfrastruktur und Kontakt zu militärischen Bedarfsträgern
  4. Anschlussphase für ausgewählte Teams

Die Förderung erfolgt als nicht-verwässernder Zuschuss: DIANA übernimmt keine Unternehmensanteile. Höhe, Laufzeit und Fristen legt jede Ausschreibung neu fest — maßgeblich ist immer der aktuelle Call.

Wer sich bewerben kann — und was Zulieferer davon haben

Angesprochen sind kleine und mittlere Unternehmen sowie Startups aus den Bündnisstaaten, die Dual-Use-Technologien im Reifebereich TRL 4 bis 7 entwickeln — also vom im Labor validierten Baustein bis zum Systemprototyp im Einsatzumfeld. Reine Waffenentwicklung ist nicht Gegenstand des Programms.

Wer sich vorbereitet, sollte drei Dinge belastbar darstellen können: den technischen Reifegrad mit Nachweisen aus Versuch oder Erprobung, den konkreten Bezug zur ausgeschriebenen Challenge und die Fähigkeit, innerhalb der Programmlaufzeit lieferfähige Hardware oder Software zu zeigen. Reine Konzeptideen scheitern in der Auswahl regelmäßig am fehlenden Reifegrad.

Für Zerspanungs- und Schweißbetriebe ist DIANA meist kein eigener Förderweg, aber ein Nachfragetreiber: Teams in dieser Reifephase brauchen Prototypenteile, Vorrichtungen, Gehäuse und Testaufbauten in kleiner Stückzahl und kurzer Zeit — typische Aufgaben für einen Lohnfertiger. Gefragt sind dabei weniger große Serien als schnelle Reaktion, saubere Dokumentation und die Bereitschaft, Zeichnungsstände mehrfach zu ändern.

Das Wichtigste in Kürze

  • DIANA ist das NATO-Innovationsnetzwerk für Dual-Use-Technologien, nicht für reine Waffenentwicklung.
  • Zielbereich ist ein Technologiereifegrad von etwa TRL 4 bis 7.
  • 16 Accelerator-Standorte und über 200 Testeinrichtungen; deutscher Anteil: Palladion und 20 Testzentren.
  • Bewerbungen laufen ausschließlich über die jeweils aktuellen Challenge-Ausschreibungen.

Weitere Fragen dazu

Muss ein Unternehmen für DIANA Verteidigungserfahrung mitbringen?

Nein. DIANA sucht ausdrücklich zivile Technologien mit militärischem Nutzen. Entscheidend sind der technische Reifegrad, die Belastbarkeit der Lösung und der Bezug zur ausgeschriebenen Challenge, nicht eine bisherige Zusammenarbeit mit Streitkräften.

Was bedeutet „nicht-verwässernder Zuschuss“?

Das Geld wird als Grant ausgezahlt, ohne dass der Geldgeber Anteile am Unternehmen erhält. Die Eigentümerstruktur bleibt unverändert. Das unterscheidet DIANA vom NATO Innovation Fund, der als Wagniskapitalgeber Eigenkapital zeichnet.

Wofür sind die über 200 Testzentren gut?

Sie stellen Prüfstände, Messtechnik und Erprobungsumgebungen bereit, die ein junges Unternehmen selbst nicht finanzieren könnte — etwa Klima- und Schwingprüfung, EMV-Labore oder Freigelände. Damit lassen sich Prototypen unter realistischen Bedingungen qualifizieren.

Ihr Bauteil konkret kalkulieren

Sie haben eine Zeichnung oder ein 3D-Modell und brauchen eine belastbare Aussage zu Machbarkeit, Werkstoff und Termin? Schicken Sie uns Ihre Unterlagen — wir melden uns mit einer konkreten Einschätzung.

E-Mail schreibenAnrufen: +49 8681 4792230