Schweißen

Was kostet es, Aluminium schweißen zu lassen?

Kurz beantwortet

Einen Pauschalpreis gibt es nicht: Aluminiumschweißen wird fast immer nach Aufwand kalkuliert. Kostentreiber sind Legierung und Schweißeignung, Wandstärke, Nahtlänge und Nahtlage, der Vorbereitungsaufwand, das gewählte Verfahren sowie Nacharbeit und Prüfumfang. Für ein belastbares Angebot braucht ein Fertigungsbetrieb Zeichnung, genaue Werkstoffangabe und Stückzahl.

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Wie Schweißarbeiten kalkuliert werden

Schweißarbeiten werden nicht nach laufendem Meter, sondern nach Aufwand kalkuliert. In die Kalkulation gehen ein: Rüst- und Vorbereitungszeit, reine Lichtbogenzeit, Zusatzwerkstoff und Schutzgas, Nacharbeit sowie die anteiligen Kosten für Vorrichtungen, Prüfung und Dokumentation. Bei Einzelstücken dominieren Rüsten und Vorbereitung, bei Serien verschiebt sich das Verhältnis zugunsten der reinen Schweißzeit — deshalb sinkt der Stückpreis mit steigender Losgröße in der Regel deutlich.

Die wichtigsten Kostentreiber

  • Legierung: Gut schweißbare Werkstoffe der 5000er- und 6000er-Reihe sind unkritisch; rissanfällige hochfeste Legierungen erfordern Sonderzusätze und deutlich mehr Prozesskontrolle.
  • Wandstärke und Nahtlänge: Dickere Querschnitte brauchen mehrere Lagen und gegebenenfalls Vorwärmen.
  • Nahtlage und Zugänglichkeit: Zwangslagen und beengte Innenecken kosten ein Vielfaches der Zeit einer Wannenlage.
  • Vorbereitung: Entfetten, Entoxidieren, Heften sowie Spann- und Schweißvorrichtungen.
  • Verfahren: WIG liefert die bessere Optik, MIG die höhere Abschmelzleistung — die Wahl wirkt sich unmittelbar auf die Fertigungszeit aus.
  • Nacharbeit und Prüfung: Richten des Verzugs, Nahtdressieren, Sicht- oder Eindringprüfung, Dokumentation.

Warum Aluminium meist teurer ist als Stahl

Gegenüber Baustahl liegt der Aufwand beim Aluminiumschweißen in der Regel höher. Gründe sind der größere Reinigungs- und Vorbereitungsaufwand, teurere Zusatzwerkstoffe und Schutzgase, häufigeres Vorwärmen bei dickeren Teilen, stärkerer Verzug durch die hohe Wärmeausdehnung und die höheren Anforderungen an die Qualifikation der Schweißer. Wie groß der Unterschied im Einzelfall ausfällt, hängt vollständig vom Bauteil ab; pauschale Aufschläge sind wenig aussagekräftig.

So bekommen Sie ein belastbares Angebot

Für eine tragfähige Kalkulation braucht ein Fertigungsbetrieb mindestens: Zeichnung oder 3D-Modell mit eingetragenen Schweißnähten, genaue Werkstoffangabe (etwa EN AW-6060 statt nur „Alu“), die geforderte Bewertungsgruppe nach DIN EN ISO 10042, Stückzahl und Termin sowie Angaben zu Oberflächenanforderung und Prüfumfang. Je vollständiger diese Angaben sind, desto enger und verlässlicher fällt der Preis aus — und desto weniger Nachträge entstehen im Verlauf.

Das Wichtigste in Kürze

  • Aluminiumschweißen wird nach Aufwand kalkuliert, nicht nach laufendem Meter.
  • Vorbereitung, Nahtlage, Legierung und Prüfumfang treiben die Kosten am stärksten.
  • Bei Serien sinkt der Stückpreis deutlich, weil sich die Rüstkosten verteilen.
  • Vollständige Angaben zu Werkstoff, Naht und Prüfung ergeben ein belastbares Angebot.

Weitere Fragen dazu

Ist WIG oder MIG günstiger?

Bei dünnen Wandstärken und Sichtnähten führt an WIG kaum ein Weg vorbei. Sobald größere Querschnitte oder lange Nähte gefragt sind, ist MIG mit Impulslichtbogen wegen der höheren Abschmelzleistung deutlich wirtschaftlicher. Häufig ist eine Kombination beider Verfahren am günstigsten.

Warum ist eine Reparatur an einem gebrauchten Teil oft teurer als eine Neuanfertigung?

Gebrauchte Aluminiumteile sind meist mit Öl, Farbe oder Korrosionsprodukten belastet, die aufwendig entfernt werden müssen. Dazu kommen unbekannte Legierung, vorhandener Verzug und ungewisse Vorschädigung. Der Aufwand ist schlecht planbar und wird deshalb überwiegend nach Zeit abgerechnet.

Reicht eine Stückliste für eine Anfrage aus?

In der Regel nicht. Ohne Zeichnung fehlt die Information zu Nahtart, Nahtvorbereitung und geforderter Qualität; ein Angebot auf dieser Basis ist bestenfalls eine grobe Orientierung. Sinnvoll ist, mindestens Skizze, Werkstoff, Stückzahl und Anwendungsfall mitzuliefern.

Ihr Bauteil konkret kalkulieren

Sie haben eine Zeichnung oder ein 3D-Modell und brauchen eine belastbare Aussage zu Machbarkeit, Werkstoff und Termin? Schicken Sie uns Ihre Unterlagen — wir melden uns mit einer konkreten Einschätzung.

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